"Ich denk, ich denk zu viel" von Nina Kunz gelesen. Kurzweilige Texte zur Gegenwart, in denen sie sich mit Themen wie Sehnsüchten, Sinnkrisen, Gedankenschleifen oder auch dem Internet auseinandersetzt. Es sind sehr persönliche Texte, in die sie aber immer wieder auch Philosophisches einfließen lässt, was Nina Kunz als Featuring bezeichnet. Dadurch bleibt sie nicht nur auf einer rein emotionalen Ebene verhaftet, sondern versucht, ihre Gefühlszustände mithilfe verschiedenster kluger Köpfe aus der Welt der Philosophie zu reflektieren und eine mögliche Erklärung dafür zu finden. Ich mochte es sehr, dieses dünne Büchlein, das voller kluger Gedanken steckt.
"Mein Gehirn fühlt sich immer so an, als wären zehn Tabs gleichzeitig offen. Wenn ich an mein Gehirn denke, stelle ich mir keine rote, glibberige Masse vor, ich denke tatsächlich an meinen Browser. Im einen Fenster denkt es über Deadlines nach, im anderen über einen Streit mit einer Freundin, im dritten überlegt sich eine innere Stimme, was man zum Abendessen kochen könnte, und im vierten toben die Selbstzweifel, weil ein Text nicht geraten will. Und das Fiese ist: Wenn ich mich nachts ins Bett lege, ploppen mental noch diese mühsamen Pop-ups auf. Aber es geht nicht um AGBs, sondern um Grundsatzfragen. Lebe ich richtig? Was bedeutet Glück? Wie geht Sterben? Wer hat das Internet erfunden?"
Lesestoff*:

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