"Es ist ein Trugschluss zu glauben, man könne den Beitrag eines Menschen zur Gesellschaft an seinem Familienstand ablesen."
Jeder von uns hat einen anderen Traum vom Leben. Oft schielen wir verstohlen auf die Seite, in der Annahme, dass die Lebensentwürfe der anderen vielleicht verlockender sind als unsere eigenen. Wir neigen dazu, Vergleiche zu ziehen, sind unsicher, ob unsere Entscheidungen die richtigen sind oder waren. Aber Bedürfnisse sind nie universell, sondern individuell. Es steht uns nicht zu, sie zu bewerten oder gegeneinander auszuspielen. Jeder von uns kennt wahrscheinlich die Angst, in seinem Leben die falschen Weichen gestellt zu haben. Das betrifft verschiedene Lebensbereiche, einer davon ist die Kinderfrage.
Aber ganz egal, wofür wir uns entscheiden, letztendlich geht es vor allem um Akzeptanz. Es sollte jedem freigestellt sein, ob man sein Leben mit oder ohne Kinder gestalten möchte, denn nicht alles, was die Gesellschaft von uns erwartet, können oder wollen wir erfüllen. Leider entscheiden sich aber immer wieder Menschen dafür, die Lebensentwürfe anderer Personen abzuwerten, um sich selbst auf diese Weise aufzuwerten. Das betrifft Kinderlose genauso wie Eltern, Hausmänner ebenso wie Karrierefrauen, Singles und Paare. Besonders deutlich wird dies vor allem aber immer wieder in der Debatte, ob jemand Kinder möchte oder nicht.
Selbstgerecht wird dann das andere Lebenskonzept als völlig falsch oder egoistisch abgetan, manche sehen es sogar als pathologisch an. Allerdings bringt uns die Pflege von Feindbildern kein Stück weiter, denn wir sollten uns auch darüber im Klaren sein, dass diese Debatte von Medien und Politik noch zusätzlich aufgebauscht wird. Plötzlich stehen sich hier dann zwei Parteien gegenüber: Die Kinderlosen, die als Karrieristen, Versager oder Freaks dargestellt werden, und die Familien, die man einerseits als Wertebewahrer, andererseits aber auch als Spießer inszeniert. Wäre es aber nicht an der Zeit, sich eher auf Werte wie Akzeptanz oder Respekt zu berufen, anstatt ständig einen Kampf um die moralische Vorherrschaft auszutragen? Dieser Frage geht auch Sarah Diehl in ihrem Buch "Die Uhr, die nicht tickt" nach. Eine klare Empfehlung für alle, die sich mit der Debatte rund um die Kinderfrage näher beschäftigen möchten.
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