Aufgelistet #1: Peter Handke





"Sein Tag begann vielversprechend. Auf dem Fensterbrett lagen lanzenförmig ein paar Bleistifte zusammen mit einer Handvoll ovaler Haselnüsse."
(aus Peter Handke: Versuch über den geglückten Tag)


Vor Jahren habe ich meine Diplomarbeit über Peter Handke verfasst. Es ging darin um Peter Handkes Beziehung zur Bildenden Kunst und zum Sehen, gehört doch Handke zu jenen Schriftstellern, die sich sehr intensiv mit visuellen Fragestellungen auseinandersetzen. Ich habe es geliebt, an dieser Arbeit zu schreiben, dann allerdings habe ich  Peter Handkes Bücher aus den Augen verloren. Vielleicht war es eine Art "Übersättigung", ein zu langes Sich-Auseinandersetzen mit ein und demselben Thema. Ich weiß es nicht.

Nun allerdings - vielleicht durch die derzeitige vermehrte Medienpräsenz anlässlich seines 75. Geburtstages - habe ich wieder begonnen, in seinen Werken zu lesen. Vor allem in seinen Notizen und Tagebüchern, die so viele Sätze enthalten, von denen ich mir wünschen würde, dass wenigstens ein paar davon ich verfasst hätte:)...Ich bewundere ihn für seine Wahrnehmung, dafür Dinge zu sehen, die manch anderer oft nicht mal bemerkt, geschweige denn darüber schreibt. Daher gibt es hier eine Liste von "Handke-Material", über die ich im Netz gestolpert bin und die mir sehr viel bedeutet.

Peter Handke - Aufgelistet:


  • Ein Interview mit seiner Tochter Amina Handke, gefunden im Standard
  • Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte - Ein Film, den ich mir am Wochenende angesehen habe. Ein stiller Film. Ein großartiger Film, über sein Leben und sein Schreiben.
  • Ganz viel Material zum Autor, zusammengestellt vom Suhrkamp Verlag
  • Ein Gespräch mit Volker Panzer in Paris. Über die Erzählung "Die morawische Nacht", das Reisen, Schnee, Träume, Jugoslawien, Chauvinismus, das Internat, den Beginn als Schriftsteller, Alleinsein, das Zeichnen, Notizbücher, seine Mutter und seine Kinder und das Fehler-Machen.
  • Meistens an Sonntagen hat die Fotografin Lillian Birnbaum Peter Handke besucht, um ihn zu portraitieren. Schließlich hat sie ihr Augenmerk auch auf sein Haus und seinen Garten gerichtet, auf seine Notizbücher, seine Postkarten, Nüsse oder Bleistifte. Aus diesen kleinen Installationen ist schließlich ein Fotoband entstanden, zu dem Peter Hamm auch eine Skizze des Hauses beisteuerte. 
  • Ein weiteres Interview mit dem Schriftsteller

Empfehlenswerte Lektüre:

  • Peter Handke: Die Obstdiebin: Das neueste Werk des Schriftstellers, das er auch als das "Letzte Epos" bezeichnete.
  • Peter Handke: Dauerausstellung Stift Griffen. Ein Begleitkatalog zur Dauerausstellung in Griffen mit unveröffentlichten Fotos und Kindheitsorten.
  • Peter Handke: Mein Jahr in der Niemandsbucht: Ein Märchen aus den neuen Zeiten. Ein Buch für alle, die sich gerne in der Sprache verlieren.

DVD:

Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte.


Fotoband:

Lillian Birnbaum: Peter Handke: Portrait des Dichters in seiner Abwesenheit.