Das Schicksal ist ein mieser Verräter



Ich hatte den Film bereits zweimal gesehen, bevor ich das Buch las. Kannte also bereits den Inhalt. Dennoch berührte mich die Geschichte erneut, dieses zutiefst traurige Schicksal der beiden Protagonisten Hazel und Augustus, die beide an Krebs erkrankt sind. Sie lernen sich in einer Selbsthilfegruppe kennen, sie leidet an Schilddrüsenkrebs, eine Heilung ist nicht möglich, nur eine Verlängerung durch Medikamente. Augustus hat Knochenkrebs, scheint zunächst geheilt zu sein, doch seine Krankheit bricht im weiteren Verlauf des Buches wieder aus.

Was für ein Schicksal, denkt man sich im ersten Moment. Und es ist auch die Wahrheit. Dennoch ist es wohl eine der ergreifendsten Liebesgeschichten, die John Green hier beschreibt. Eine sehr kurze Liebesgeschichte, aber auch eine sehr intensive. Hazel und Augustus beweisen Humor, lieben das Leben und kämpfen. Sie werfen Fragen an das Leben auf, die jeder von uns auf die eine oder andere Art auch überdenken sollte. Ist es notwendig Spuren zu hinterlassen? Wenn ja, auf welche Weise? Muss ich in meinem Leben etwas Außergewöhnliches leisten? Wie lebe ich, wenn ich weiß, dass ich nur mehr sehr wenig Zeit habe? Was ist mir wichtig? Welche Menschen sind mir wichtig? Und vor allem: Habe ich genug geliebt?

Einige der wohl schönsten Stellen des Buches finden sich meiner Meinung nach im Brief, den Augustus am Ende schreibt und in dem er seine Liebe zu Hazel ausdrückt:

"Hazel ist anders. Sie geht ganz leicht, alter Mann. Sie geht leichten Fußes durch die Welt. Hazel kennt die Wahrheit: Wir können dem Universum genauso gut schaden wie helfen, und wahrscheinlich liegt keins von beidem in unserer Macht.....Hazel geht leicht. Vielleicht finden es manche schade, dass sie weniger Narben hinterlässt, das sich weniger Leute an sie erinnern, dass sie zwar tief geliebt wurde, aber nicht von vielen. Aber es ist nicht traurig....Es ist heroisch. Ist das nicht die wahre Tapferkeit? Was noch? Sie ist so wunderschön. Man wird einfach nicht müde, sie anzusehen. Man hat nie Angst, dass sie vielleicht schlauer ist als man selbst: Man weiß einfach, dass sie es ist. Sie ist lustig, ohne je gemein zu sein. Ich liebe sie. Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird auf dieser Welt, aber man kann ein bisschen mitbestimmen, von wem. Ich bin glücklich mit meiner Wahl. Ich hoffe, sie auch."

Eine absolute Leseempfehlung, nicht nur für Jugendliche, sondern für alle, die sich mit dem Leben und dem Sterben auseinandersetzen wollen.