Kindheitsidylle




"Für Anton Winter war die Kindheit vollgestopft mit hohen Gräsern und Teerosen und grünen Äpfeln in den Bäumen, die man den ganzen Sommer über so begehrlich ansah, dass sie irgendwann schüchtern erröteten. Die Alten und Kranken waren zu Hause, und durch die dünne Haut fiel ihnen das Sonnenlicht bis auf Skelett, wenn sie zwischen den Glockenblumen saßen, so zart, als wären sie eine von ihnen. Die Geburt steckte noch in allen Knochen, so dass man den Tod nicht fürchten musste."

(Aus: Valerie Fritsch: Winters Garten)