"wir alle sind uns selbst so verdammt wichtig geworden; was mich anbetrifft, ich glaube ganz im Gegenteil, dass geistige Gesundheit damit anfängt, sich klarzumachen, wie unbeschreiblich unwichtig unsereiner ist, wie unglaublich mikrobenhaft winzig und uninteressant. Das ist eine Erkenntnis, die eine erstaunliche Menge von Energie freimacht, und die lässt sich für etwas Besseres anwenden. Es gibt eine Grenzlinie zwischen der Suche des Künstlers nach dem Ausdruck seiner selbst und dem Sichbesaufen an sich selbst, und zu viele überschreiten diese Linie. Das macht den ganzen Unterschied zwischen guter und schlechter Kunst und, um mich nicht wie Geheimrat Professor Wurtzelfinger auszudrücken, den Unterschied zwischen einer gesunden Verdauung und einer unappetitlichen Diarrhö." (Vicky Baum: Vor Rehen wird gewarnt)
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