In der Kleinen Zeitung gibt es die Rubrik "Sehnsuchtsorte". Dort habe ich folgenden Text gefunden, der mich auch an meine eigenen Sommerferien erinnert hat:
"Der letzte Wochentag der Ferien war der Abschied von großen Abenteuern, Reisen, Erkundungen - die letzten entliehenen Bücher waren in die Stadtbibliothek zurückzubringen, die jedes Jahr das famose Trampolin in die schulfreien Sommerwochen geworden waren. In den hohen Räumen der Bibliothek mit Tausenden Büchern, es durfte dort nur geflüstert werden, um andere nicht zu stören, umfing einen der zarte Hauch von Papier und sorgsam in Leinen gebundener Druckwerke. Es war der Duft der großen weiten Welt, die sich hier auftat mit seinem Lesefutter, man verreiste mit Mira Lobe, mit Ottfried Preußler, Daniel Defoe, Mark Twain und vielen anderen. Was für eine Wunderwelt für einen Buben in der kleinen Stadt Leoben. Wohl wurde unter dem Jahr gelesen, doch nicht in dieser Intensität. So blieben Bücherberge mit Ferien verbunden. Bis heute sind Bibliotheken überhaupt ein Ort der Sehnsucht. Besonders aber im Sommer, wenn Papier duftet."
(Christian Weniger)
