Susan Sontag, die gestern 90 Jahre alt geworden wäre, hat 1977 einen Essayband mit dem Titel "Über Fotografie" herausgegeben, in dem sie die Beziehung der Fotografie zum allgemeinen Bewusstsein erörtert. Sie ist der Ansicht, dass Fotos uns einen neuen visuellen Code lehren und unsere Vorstellung von dem, was anschauungswert ist, erweitern und verändern: "Fotografieren heißt, sich das fotografische Objekt aneignen. Es heißt, sich selbst in eine bestimmte Beziehung zur Welt setzten. Auch wenn es in gewisser Hinsicht zutrifft, dass die Kamera die Realität einfängt und nicht nur interpretiert, sind Fotos doch genauso eine Interpretation der Welt wie Gemälde und Zeichnungen." In diesem Zusammenhang ist auch der Podcast "Fotografie neu denken" von Andy Scholz sehr empfehlenswert, in dem er sich mit seinen Gästen darüber unterhält, was das fotografische Bild mit der Gesellschaft macht.
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