Die siebzehnte Kalenderwoche


 In einem Interview hat Robert Seethaler unlängst diese schönen Sätze gesagt: Es gehe ihm in seinen Büchern um die Einfühlung. ,,Wobei man sich eigentlich in andere Menschen nicht einfühlen, sondern höchstens an sie heranfühlen kann."

In der Mosaik-Online-Zeitschrift geblättert und dabei einen Text von Denis Vidinski entdeckt, in dem er sich unter anderem damit auseinandersetzt, wie sich unsere Wahrnehmung im Laufe der Jahre verändert und dazu Folgendes schreibt: "Ich hörte einmal einen Schriftsteller sagen, dass die ersten fünfzehn Jahre im Leben eines Menschen die prägendsten seien. Abends, wenn ich am Fenster sitze, denke ich darüber nach. Es kommt mir so vor, dass man damals tatsächlich alles ganz anders besah, mit seinen Blicken umkreiste, auf andere Art und Weise berührte, betastete, viel ruhiger und klarer den Duft der unterschiedlichsten Dinge wahrnahm, ihren Geräuschen nachsann. Zumindest kommt es mir heute so vor und ich versuche in der Folge zuweilen auch all dem nachzuspüren, das ich nicht behielt. In welchem Moment entscheidet sich eigentlich, was man vergessen wird und was nicht?

Und außerdem: Mir wieder mehr Zeit nehmen. Mehr Lesen. Mehr Musik hören. Alles annehmen, was ist.