ich geh spazieren in einem wintertag (Bernd Freytag)
"Es trifft mich, dass ich mit meinen Schritten den Schnee verletze, dass ich eine Spur hinterlasse. Ich wäre lieber unerheblich. Ganz leicht, nur ein Hauch, der über allem schwebt. Häufig bedauere ich meine Leiblichkeit. Besonders im Winter. Wenn viele Schichten Stoff notwendig sind, um meinen fröstelnden Körper zu wärmen, wenn meine Füße tief in die frisch gefallene Schneedecke einsinken und Zeichen hinterlassen, die ich nicht als meine anerkennen will. Wenn die Wege, die ich gehe, so überdeutlich nachvollziehbar werden, als könnte der nächste Schritt kein anderer sein, als wäre alles vorgezeichnet. Vorherbestimmt. Und ich nur die Marionette eines fremden Lebensplans."
(Aus: Elke Engelhardt: 100 sehr kurze Gespräche)
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