"Fauchend sausten die Raketen, von Sehnen gebändigt, mühsam in den Himmel und explodierten über unseren Köpfen. Wir haben Raketen geangelt. Das war letztes Silvester."
Ich nehme es immer wieder zur Hand: Karen Köhlers Buch "Wir haben Raketen geangelt", ein Erzählband mit insgesamt neun Geschichten, die sich vorwiegend mit den Themen Liebe und Tod auseinandersetzen oder auch mit dem Wunsch, neu anzufangen, um sich in der Ferne selbst zu begegnen. Immer wieder schreibt die Autorin auch vom Schmerz, nicht nur vom körperlichen, sondern auch vom seelischen Leid, allerdings wirken die Erzählungen nie erdrückend, sondern kommen optimistisch und heiter daher. Letztendlich geht es auch immer darum, dass es sich lohnt weiterzuleben, aus welchem Grund auch immer.
"Wir haben Raketen geangelt" beinhaltet Geschichten, in denen man sich zuhause fühlt, die einen melancholisch stimmen, wärmen und auch ganz zarte Glücksgefühle auslösen.
"Zeit ist ein Kaugummi, aus dem der Geschmack entwichen ist."

