Notizen an mich: Was will mich?


 

„Frei sein heißt, tun, was mich will“, sagt Wolf Büntig.

Ein Satz, bei dem ich zunächst stolpere. Denn wir sind es gewohnt zu fragen: Was will ich? Was möchte ich erreichen? Was brauche ich noch? Wohin soll es gehen?

Aber vielleicht liegt genau darin die kleine Falle. Denn nicht alles, was ich will, kommt wirklich aus mir. Manches ist gelernt. Manches ist Angst. Manches der Wunsch, zu genügen, sicher zu sein, geliebt zu werden. Manches einfach die alte Gewohnheit, das Leben im Griff behalten zu wollen.

Was aber will mich?

Vielleicht ist es das, was immer wieder anklopft. Das Schreiben. Das Unterwegssein. Das genaue Hinschauen. Die Zeit am Wasser. Die Sehnsucht nach einem Leben, das nicht größer, schneller oder erfolgreicher werden muss, sondern stimmiger.

Vielleicht bedeutet Freiheit deshalb gar nicht, endlich alles tun zu können, was ich will.

Vielleicht bedeutet sie, immer weniger im Weg zu stehen von dem, was durch mich gelebt werden möchte.

Und dafür müsste ich vielleicht gar nicht mehr wissen, wohin ich will.

Nur genauer hinhören.