immer wieder bin ich fasziniert davon, wie stolz ein jahr aussehen kann, kurz bevor es seine farben verliert. alles ist erinnerung: der geruch von nassem laub und wie kalte luft auf der zunge schmeckt. das knacken eines apfels zwischen den zähnen. der erste rauch, der aus schornsteinen steigt und sich für einen moment mit dem himmel verbindet. rascheln wird zu flüstern. flüstern wird zu rauschen. ein windstoß wirft die blätter durcheinander wie alte gedanken, die niemand mehr ordentlich abheften kann.
in den straßen kleben die tage aneinander wie feuchte kastanien unter schuhsohlen. menschen ziehen ihre jacken enger, als könnten sie sich darin vor november schützen. gelbes licht sickert aus fenstern, während draußen alles dunkler wird. wenn es früh dämmert, verlieren die häuser ihre konturen. die bäume sehen plötzlich aus wie gerippe. gesichter verschwimmen hinter schals und regenschirmen. irgendwo schlägt eine tür. irgendwo lacht jemand. irgendwo fällt ein blatt, als wäre das jetzt noch wichtig.
